Mineralstoffe

Elektrolyte: Warum Mineralstoffe Strom leiten

2026-07-23 · 6 Min. Lesezeit

Das Wort Elektrolyt klingt nach Chemieunterricht, meint aber etwas Alltägliches: Mineralstoffe, die sich in Wasser auflösen und dabei elektrisch geladene Teilchen bilden. Im Körper sind das vor allem Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. Weil der Körper zu einem großen Teil aus Wasser besteht, in dem diese Teilchen gelöst sind, ist er buchstäblich von einer schwachen elektrischen Ordnung durchzogen — und diese Ordnung ist die Grundlage dafür, dass Nerven Signale senden und Muskeln sich bewegen.

Spannung an der Zellwand

Der Trick liegt in der Verteilung. Der Körper hält innen und außen an der Zellwand unterschiedliche Mengen dieser geladenen Teilchen — viel Kalium innen, viel Natrium außen. Dieser Unterschied erzeugt eine Spannung, ähnlich wie bei einer geladenen Batterie. Wenn ein Nerv ein Signal weitergibt, öffnet er kurz winzige Tore in der Zellwand, die Teilchen strömen, und die Spannung kippt für einen Moment. Genau dieses Umkippen, tausendfach und blitzschnell weitergereicht, ist das Nervensignal. Muskeln funktionieren nach demselben Prinzip.

Deshalb sind die zugelassenen Aussagen zu diesen Mineralstoffen kein Zufall. Kalium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zur normalen Muskelfunktion bei. Magnesium und Calcium tragen zur normalen Muskelfunktion bei. Das ist genau das, was die Physiologie oben beschreibt — die geladenen Teilchen sind das Werkzeug, mit dem Nerv und Muskel arbeiten.

Das Gleichgewicht zählt

Bei Elektrolyten geht es weniger um Menge als um Balance. Der Körper reguliert die Konzentrationen in engen Grenzen und gleicht Schwankungen über die Nieren aus. Natrium ist dabei der Sonderfall: Anders als bei den meisten Nährstoffen ist die typische Herausforderung nicht der Mangel, sondern der Überschuss, weil verarbeitete Lebensmittel viel Salz enthalten. Kalium bildet gewissermaßen den Gegenspieler — es steckt vor allem in unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln.

Ein Lebensmittel mit besonders hohem Kaliumgehalt:

→ Aprikosen, getrocknet

Wer die Mineralstoffzeilen einer Nährwerttabelle liest, sieht also nicht nur Bausteine für Knochen und Zähne, sondern zu einem guten Teil die Zutaten für die elektrische Grundordnung des Körpers.

Dieser Beitrag erklärt allgemeine ernährungsphysiologische Grundlagen. Er stellt keine Ernährungsberatung dar und ersetzt keine individuelle fachliche Beratung. Angaben zu Nährstofffunktionen folgen den von der EU zugelassenen Angaben (VO 432/2012).